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Das Blubbern der Wasserpfeife und das Glitzern der Sonne im See beruhigten Michi. Das sah man ihm an. Er zog wieder an dem Schlauch und ließ den Rauch aus seinen Lungen in kleinen Kringeln gen Himmel reisen. Ich sah ihnen nach. Wie frei sie sein mussten, konnten fliegen, irgendwo hin, bis sie sich nach und nach auflösen würdem... Lukas stand am Wasser und ließ ein paar Steine flitschen. Die Kapuze seiner Jacke flog ihm bei jedem Wurf aufs Neue ins Gesicht. Christa und Tobi lagen währenddessen friedlich kuschelnd nebeneinander und küssten sich - ein wundervoller Tag.
  Ein bisschen entfernt von dieser Szene lag ich, auf meiner geliebten schwarzen Wolldecke, und hörte entspannt Musik. Meine beste Freundin, Lina, die tollste Person der Welt, das könnt ihr mir glauben, wachte gerade aus einem kleinen Schläfchen auf und räkelte sich wach. Ein Abdruck ihrer Decke zeichnete sich in ihrem Gesicht ab, aber ich fand sie sowieso immer schön. Ihr Freund umarmte sie von hinten und drückte sie fest. Lina blickte mich aus ihren vor Glück leuchtenden Augen an, bis sie sie wieder schloss, um erneut in einen Schlaf zu verfallen - mit der Liebe ihres Lebens an ihrer Seite. Ich hätte nie gedacht, dass Lina ihren Traumprinzen findet. Schon gar nicht nach der Scheiße mit ihrem Ex. Das war ein totaler Reinfall gewesen. Aber jetzt, jetzt lag sie da; strahlend, mit einem Lächeln, das einem sagte: "Hey, so glücklich bin ich noch nie gewesen, Alter!" Ja, das war sie. Meine Lina. Durch dick und dünn waren wir gegangen, nach jedem Streit hatten wir uns wieder zusammengerissen und uns wieder so geliebt wie früher. Ich war so glücklich, dass sie endlich einen Jungen gefunden hatte, der auch wirklich zu ihr passte.
  Michis "SCHEIßE!" ließ mich aus meinen Gedanken aufschrecken. "Junge, was is' passiert?!" "Ja, meine Shisha ist umgefallen. So eine Scheiße. Ich könnt' kotzen, eh!" Ich rappelte mich hoch, zog mir die Kopfhörer aus den Ohren und versuchte hektisch, die glühende Kohle im Gras zu zertreten. Michi versuchte den Tabak, den man noch irgendwie retten konnte, aus der Wiese zu pulen und fluchte tierisch dabei. Echt, in dem Moment hätte ich am liebsten laut losgelacht. Michi war schon ziemlich blöd. Also, nicht, dass ich ihn nicht leiden konnte oder so. Aber er war einfach nicht besonders intelligent. Hing ständig vor dem Pc, war nur am qualmen und Bier trinken, dennoch: er hatte einfach ein Herz aus Gold. So ein lieber Junge wie Michi ist mir bisher auch nicht mehr begegnet. Er nahm dich in Schutz, wenn du blöd angemacht wurdest. Er mischte sich in Streitereien ein, die für ihn saugefährlich hätten werden können. Michi wollte allen helfen. Schon scheiße, dass genau diese wunderbare Eigenschaft bald sein Ende bedeuten würde. Es trifft einfach immer die Falschen...
  Ein dumpfes Geräusch brachte mich dazu, mich umzudrehen. Lukas hatte es sich auf meiner schwarzen Decke gemütlich gemacht und zwinkerte mir zu. Seine dunkelbraunen Haare waren zerzaust, seine graue Jacke besprenkelt mit dunklen Tröpfchen und seine hellblaue Jeans hing wieder unter seinem geilen Knackarsch... Das vertraute Kribbeln in meiner Magengrube kehrte zurück. In dem Moment hatte ich gelächelt, glaube ich, jedenfalls zog Lukas mich zu sich auf meine Decke, während Michi immernoch wie ein Irrer versuchte, seinen Tabak vor totalem Zerfall zu retten. Ich spürte kalte Hände auf meinem Bauch und haute Lukas erstmal eine rein. "Mädel! Hau mich doch nicht so!", lachte Lukas. "Pah, das war doch noch garnichts, du Pussy!", gab ich keck zurück. Daraufhin bekam ich erstmal ordentliches Ausgekitzel zu spüren. Mir gefiel diese Art von Nähe irgendwie, aber als wir inne hielten und ich ihm in seine tiefblauen Augen schaute, wollte ich etwas ganz anderes mit ihm machen. Ich weiß nicht, wie es geschehen ist, aber ich streichelte auf einmal seinen Hals, ganz unbewusst. Ich sah jedes einzelne kleine Haar darauf, sichtbar gemacht durch die warmen Sonnenstrahlen, die auch lange Schatten auf Lukas' wunderschönes Gesicht warfen. Ich küsste seinen Hals, ich küsste ihn bis hoch zum Mund, langsam und sanft. Unsere Lippen verschlangen sich in einem warmen Kuss... Gleichzeitig öffneten wir unsere Münder, woraufhin sich unsere Zungen vereinten. Es geschah alles so schnell. Und ich habe mir so gewünscht, dass dieser Moment nie aufhört..
  Christas Rumgegacker, was sie bis heute als Lachen bezeichnet, riss mich aus meinen Zärtlichkeiten mit Lukas heraus. Ich suchte nach dem Grund für ihren Ausbruch der Heiterkeit und fand schließlich heraus, dass mit Tobi irgendwas nicht stimmte. Er schrie wie ein Mädchen und lief über den Rasen, während er sich am ganzen Körper kratzte. Ich konnte mir in dem Moment kein Lachen verkneifen, denn mir fiel ein, dass er Kriechtiere aller Art hasste und an dem Tag hatte ich bereits schon einige Käfer entdeckt.
  Der Wind kitzelte meine Nasenspitze, als Lukas mir den Nacken streichelte. Ich drehte mich um und lächelte ihn an. Wogen der Hoffnung stiegen in mir auf. Würden wir vielleicht zusammenkommen? Endlich, wo ich schon so lange auf ihn wartete? Oder war das nur für heute, nur für dieses Tag? Ich wischte die bösen Gedanken weg. Daran wollte ich jetzt nicht denken. Wir waren jetzt hier. Ich konnte ihn jetzt berühren. Und solange ich das konnte, solange sollte ich das auch genießen. Ja. Er zog sich zu mir und wir küssten uns wieder, lange und innig.

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